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Zur Ruine Waldeck

12. Juli 2017

Trotz recht ungünstiger Wetterprognose fand sich eine zahlreiche Wanderschar am vergangenen Mittwoch am Parkplatz „Hirschbrücke“ ein. In Fahrgemeinschaften wurde der Parkplatz beim E-Werk Bad Teinach angesteuert. Auf leicht ansteigendem Weg wurde bald das sagenumwobene „Geigerles Lotterbett“ erreicht. Gar manch schaurige Geschichte rankt sich um die großen, dachförmig zusammengestellten Felsblö, sei seine Leiche in die Felsennische gelegt worden. Ein schmaler Pfad, leicht auf und absteigend, führte sodann zu einer der größten und besterhaltenen Ruinen der näheren Umgebung - der Burg Waldeck, 1140 erstmals erwähnt. Auf ihrer westlichen Zugangsseite ist diese sehr stark befestigt, sieben Gräben musste man überschreiten, um in den Vorhof zu gelangen. Allzu dicht ist der Wald in den letzten Jahrhunderten auf dem ganzen Bergsporn zwischen Teinach- und Nagoldtal gewachsen, so dass sich von dort keine Aussicht mehr bietet. Die Herren „von Waldeck“ hatten im Laufe des 12. Jahrhunderts ein umfangreiches Territorium erwirtschaftet. Mehrere Gütervergaben an Klöster zeugen von ihrem Reichtum. Diese dürften nicht zuletzt durch die Ausbeutung der nahegelegenen Silberminen von Neubulach begünstigt worden sein. Nach Recherchen von Franz Egle, die sich auch im Heimatbuch wiederfinden, gibt es eine geschichtliche Verbindung zum Schloss Neuenbürg. In der Schenkungsurkunde von 1272 hatten die Brüder Diemo und Reinhard von Waldeck den Zusatz „de Novo Castro“. Mit ihrem unermesslichen Vermögen ließen sie auf dem Umlaufberg oberhalb der Enz „die neue Burg“ errichten. Mit dem Bau dieser „neuen Burg“ begann also die Geschichte der Stadt Neuenbürg, die 1274 schon das Stadtrecht verliehen bekam. Die Nachfahren jener Waldecker frönten auf der Stammburg später leider dem Raubrittertum. Nach erfolglosen Belagerungen gelang es im November 1284 einem Heer unter König Rudolf die Feste, nach zweimonatiger Belagerung, zu stürmen und anzuzünden. Der Sage nach fand auch Krimhild, die Tochter eines der Ritter, den Tod in den Flammen. Als die abziehenden Belagerer zurückschauten, glaubten sie aus Rauch und Flammen eine silberne Schlange mit einer goldenen Krone aufsteigen zu sehen. In Gestalt der silbernen Schlange bewache Krimhild seitdem die im Bergfried verborgenen Schätze. Wer sich am Heiligen Abend auf die Waldeck wage, so geht die Sage, könne sie erlösen und bekomme die Reichtümer als Lohn.

Das nächste Ziel lag dann wieder in der Gegenwart: Bad Teinach, das kleinste Heilbad Baden-Württembergs. Herr Dietrich Morlok lud uns in seineNudelmanufaktur, zu einer interessanten Führung, ein. Mit viel Handarbeit werden hier über 200 Nudelsorten, rein auf natürlicher Basis hergestellt. Gänzlich ohne Zusatzstoffe aus allerbesten Rohstoffen und mit Bad Teinacher Quellwasser. Nudel pur sozusagen. Alle bekannten Formen finden sich im Sortiment. Kräuter, Gemüse, aber auch Walnüsse, werden in den Nudelteig eingearbeitet. Von “A” wie Amarant, über Bärlauch, Curry, Knoblauch, Rucola, Tomaten, Spinat, Steinpilze ... bis “Z” wie Zitrone, reicht die Palette! Die hochwertigen Vollwert-Produkte sind wahre Köstlichkeiten. Die Farbenvielfalt der Teigwaren ist unglaublich! Laut Herr Morlock stellt er das gern das her, was ihm selbst am besten schmeckt. So produziert er folglich auch süße Nudeln mit Schokolade, Vanille, Pflaumen und Äpfeln. Seine Kreativität kennt keine Grenzen. Neben den Nudelspezialitäten werden auch Schokofinessen aus bester Schweizer Schokolade angeboten, die sonst nirgendwo zu finden sind. Von den sehr engagierten und fundierten Ausführungen waren alle begeistert. Zum Abschluss durften noch selbst hergestellte Müsliriegel verkostet werden. Nach diesem interessanten „Blick über die Schulter“, deckten sich alle noch aus dem reichhaltigen Laden-Sortiment ein. Das an diesem Tag frisch gebackene Vollkornbrot ging dabei restlos weg.

Der Himmel zeigte sich weiter stark bedeckt, als wir die restliche Etappe angingen. Durch den unteren Teil des Rötenbachtals ging es bergan. Bald schon ragte die Schlossberghütte aus dem Wald hervor. In der urigen Blockhütte, erbaut aus dicken hellen heimischen Weiß-                               tannenstämmen, ließen wir uns diedeftigen regionalen Spezialitäten gut schmecken. Draußen prasselte zwischenzeitlich ein heftiger Wolkenbruch herunter. Nachdem dessen Schleusen versiegt waren, konnten wir den „Abstieg“ wagen. Durch den alten Ortskern, gelangten wir trockenen Fußes wieder zum Parkplatz. Voll interessanter Eindrücke, aus Vergangenheit und Gegenwart, traten wir dann die Heimreise an.

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