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Zur Märzenbecherblüte ins Wolfstal

15. März 2017

Ganz im Süden des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, im wildromantischen Wolfstal, ist jährlich ein einzigartiges Naturschauspiel zu sehen: Märzenbecher wohin man schaut! Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen dieser Frühlingsboten sind entlang des Weges im Wald zu entdecken. Es gibt nur wenige Standorte wo die Märzenbecher so flächenhaft vorkommen. Im Naturschutzgebiet um Lauterach, mit feuchten Ton- und Lehmböden bestehen für diese einzigartige Blütenfülle ideale Bedingungen. Etwa drei Wochen lang kann man sich daran erfreuen. Da an Wochenenden mit größerem Besucherandrang zu rechnen war, hatte Franz Egle diese Vorfrühlingswanderung auf die Wochenmitte gelegt. Bei Ankunft war der Parkplatz bei der Laufenmühle allerdings schon gut belegt. Der Wanderführer begrüßte eine erstaunlich große Gruppe, darunter einige Gäste. Das Tal beeindruckte diese nicht nur durch die Märzenbecher-Flächen, sondern auch durch seine Felsen aus Massenkalken des Weißen Jura. Umgestürzte Baumruinen, von grünen Moospolstern bedeckt, zeichneten ein eigenartiges Bild. Leuchtend rot dagegen der zinnoberrote Kelchbecherling. Mit seiner roten Farbe signalisiert dieser, dass er giftig ist. Dieser Pilz wächst nur auf dem Altholz der am Boden liegenden und teilweise verfaulten und bemoosten Zweige und Stämme von Laubbäumen. Ebenso wie die Märzenbecher ist er streng geschützt und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Vorbei an vielen bizarren Felsformationen und Höhlen wanderte die Gruppe dem albtypischen Tal, mit nur sehr geringer Steigung, entlang. Die mitgeführten Smartphones und Kameras klickten nahezu unablässig. Ein solch seltenes Naturspektakel muss einfach festgehalten werden. In knapp 600 m Höhe trennten sich die Kurzwanderer von der Hauptgruppe. Gemütlichen Schrittes ging es talabwärts. Man genoss nochmal das Schauspiel der weißen Blüten mit den grünen Flecken an der Spitze. Ein sicheres Zeichen dafür, dass der Frühling im Anmarsch ist. Per PKW erreichte man dann den kleinen Flecken Erbstetten mit der Kirche St. Stefanus. Für einen Ort mit gerade 200 Einwohnern ist die kleine Dorfkirche ungewöhnlich künstlerisch ausgestaltet. Über dem Seiteneingang trohnt eine Schutzmantelmadonna. Die Fresken, an den Wänden und Nischen, aus dem 16. Jahrhundert sind sehr beindruckend. Ebenso die Fenster des Kirchenschiffs. Sie zeigen die Evangelisten, die symbolisch das Licht in die Welt bringen. Ein weiteres Kleinod, die Pietà, die Darstellung Marias mit dem vom Kreuz abgenommen Christus, entstand um 1420. Dies alles erfuhren die staunenden Besucher aus dem Mund von Franz Egle. Er war zwischenzeitlich mit dem Gros der Wanderer aus dem Tal auf die Hochfläche aufgestiegen. Ein schöner Rastplatz neben dem örtlichen Backhaus lud nun zum wohlverdienten Picknick ein. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, gingen die Langwanderer nun zur Burgruine Wartstein hinauf. Auf einem senkrecht abfallenden Felsen steht diese hoch über Großen Lauter. Erbaut im 12. Jahrhundert und bereits 1495 zerstört. Die einstige Schildmauer dient heute als Aussichtsplattform. Über eine Wendeltreppe wurde diese erklommen. Für die kleine Mühe belohnte sich die Gruppe mit einem schönen Ausblick hinab in das 150 m tiefer liegende Lautertal. Leuchtend Blau glitzerte von unten die große Lauter. Dorthin galt es den Abstieg zu wagen. Semialpin, entlang der Talkante, ging es nun bergab. Immer begleitet von der Lauter, die sich zwischen den Weißjura-Felsen schlängelt, erreichte man den Weiler Unterwilzingen. Hier kam man in einen nicht weniger romantisch verschlungenen Teil des Lautertals. Windungsreich, eng und felsig, entlang vieler Lauterschleifen zieht sich der Weg bequem abwärts. Die Kurzwanderer waren zwischenzeitlich zum Ausgangspunkt, den Parkplatz Wolfstal zurückgekehrt. Ein Teil hielt gleich Einkehr in dem beliebten Ausflugsziel Laufenmühle. Der Rest ging der agileren Gruppe entgegen. Auf die Burg Reichenstein bot sich noch ein schöner Ausblick. Wachholderheiden und meterhohe Felswände säumen den Flusslauf. Gemeinsam wurden die letzten Kilometer unter den glühenden Schuhsohlen zurückgelegt. Entlang einem künstlichen Wasserlauf, der über Brücken mehrmals die große Lauter kreuzt, erreichte man die stillgelegte Getreidemühle. Seit 1918 fungiert sie als Wasserkraftwerk. Die rustikal dekorierten Räumlichkeiten auf zwei Etagen vermitteln ein besonderes Flair. Am reservierten Tisch genoss man die gut bürgerlichen Küche und so manches Getränk. Voll mit Eindrücken des Blütenwunders, der kunstvollen Fresken, der Burgen und Ruinen sowie der einzigartigen Landschaft ging es dann in Fahrgemeinschaften nachhause.

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