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Rasslerwanderung

9. Juli 2017

Anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt führten insgesamt 15 Wanderungen zum großen Musikfest in den Pforzheimer Stadtgarten. Am Wanderheim traf die bereits früh gestartete Gruppe aus Höfen, verstärkt durch einige Gäste, auf unsere Ortsgruppe. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg strömten tagaus, tagein die „Rassler“ vom Nordschwarzwald und aus dem Enzkreis nach Pforzheim. Der Name rührt her vom Klappern ihrer genagelten Schuhe und der Brotdosen aus Blech. Ein Geräusch, welches wohl nicht zu überhören war. Viele der Strecken, welche die Rassler einst benutzten, sind in das Wegenetz heutiger Wanderwege eingegangen. Die Route die Barbara Hauser ausgearbeitet hatte, folgte überwiegend dem Westweg. Entlang des wildromatischen Pionierwegs war bald die Furt am Grösselbach erreicht. Kurz dahinter traf man auf den Grenzstein der früheren Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg. Bis 1936 war hier die Oberamtsgrenze. Auf dem Sonnenberg passierte man den Tornadostein. Dieser erinnert an eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Region, als am Abend des 10. Juli ein Tornado über Pforzheim hinweg fegte. Schweißtreibende Temperaturen und ein flottes Wandertempo erforderten eine Pause am dortigen Trinkbrunnen. Von nun an ging es bergab. An der steinernen Brücke überquerte man die Nagold. Unter schattigem Laubwald erreichte man auf dem Davosweg die Kallhardtbrücke. Das „Double Lied", intoniert von Engelsbrander Wanderfreunden, leitete den letzten der 14 km ein. Im Stadtgarten begrüßte Bürgermeisterin Schüssler die mehr als 800 Gäste. Noch einmal wurden Geschichte und Geschichten von den „Goldschmiedebauern“ vorgetragen. Das Rasslerdasein bedeutete eine hohe körperliche Belastung. Bis zu 11 Stunden harte Arbeit, samstags bis zu sieben. Dazu die langen Fußmärsche von bis zu sechs Stunden täglich bei Wind und Wetter. Die Rassler verbanden saisonal bedingt zwei gänzlich verschiedene Arbeitswelten miteinander. Im Winter verdingten sie sich als Bijouterie Arbeiter in den Fabriken der Stadt, während der Sommerflaute in der Schmuckindustrie bestellten sie das Feld. Auch aus unserer Umgebung strebten damals nicht wenige in die Goldstadt. So von Schömberg zum Bahnhof Höfen. Von Dennach zum Bahnhof Rotenbach. Die Waldrennacher und Gräfenhäuser „rasselten“ zu den Bahnhöfen in Neuenbürg. Versorgt mit Essen und Trinken konnte man von einem schattigen Plätzchen aus die Open Air Auftritte der "Rathausband" der Stadt Pforzheim und des "Liedermachers Huthmacher" mit seinem Programm „Pforzheim schmückt sich“ genießen. Individuell erfolgte mittels Bus und Bahn dann spätnachmittags die Rückkehr zum jeweiligen Ausgangspunkt

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